Hinüber

Ich habe heute ein Tier sterben sehen. Es ging ganz leicht. Es war ein kurzes sich Wehren, ein kleines sich Empören und dann war es schon vorbei. So schnell ist eine Kerze ausgeblasen, so schnell ein Licht erloschen. Ein Nachbar hat Ziegen, immer schon. Im Frühjahr werfen die Geißen und ziehen den Sommer über ihre … [Weiterlesen…]

Weißer Senf

Es ist November, habt Ihr das schon bemerkt? Grau ist es, nebelig, kalt und irgendwie so… verloren. Aber auf der Wiese am Straßenrand blühen noch Ringelblumen und Phaecelia und manche Felder schmücken sich gerade mit gelben Blüten. Mein Nachbar, der mit seinen Hunden Loulou und Grey gern die gleichen Spazierwege wie ich nimmt, meinte, das … [Weiterlesen…]

Die gute Nacht

Ich stieß vor zwei Tagen ganz zufällig auf ein Gedicht von Dylan Thomas. Es ist eine Villanelle, ein Kunstlied. In dieser alten, etwas gedrechselten Gedichtform wütet und schäumt Dylan gegen etwas, das uns alle einholt und uns schließlich ganz und für immer haben wird. Die Nacht, die ewige, stille, dunkle Nacht. Alle: weise, wilde, kluge … [Weiterlesen…]

Puh

Ich habe heute eine Heldentat vollbracht. Ja! Nachdem ich vor einiger Zeit schon die Klobrille in meinem Bad erneuert habe, konnte ich gerade auch noch ein hässliches kleines Plastiksprühfläschchen von der Wand entfernen. Das Fläschchen klebte in unschuldigem Weiß auf meinen Fliesen. Es enthielt irgendein Duftzeug, das meine Vormieter wohl versprühten, wenn es im Bad … [Weiterlesen…]

Transat

Es ist Herbst, heute Nacht hat der Sturm den Bambus auf meiner Terrasse umgeworfen und alle Blätter, die mein Nachbar sorgfältig auf einen Haufen geharkt hatte, wieder auseinander geweht. Dazu Regen, Regen, Regen. Der Wald freut sich: Wenn ich durch das Moos laufe, bilden sich um meine Füße kleine Pfützen. Der Forst füllt seine Reservoirs. … [Weiterlesen…]

Sardinenbüchse

Gestern morgen bin ich mal wieder aufgewacht und lag eingequetscht zwischen meiner Jüngsten und dem Hund. Die Jüngste schläft einfach gern bei ihrer Mama und kommt noch fast jede Nacht rübergetapst zu mir, der Hund liebt sein Frauchen und setzt sich jeden Abend mit erwartungsvollem Blick vor mein Bett, wenn ich durch die Wohnung laufe … [Weiterlesen…]

Rübenmaus

Der Herbst greift nach der Welt, er deckt seine Nebeldecken über Wiesen und Moore und hängt jede Menge glitzernde Tautropfen ans morgendliche Gras. Kalt ist es geworden und im Wendland sind Kartoffel- und Rübenroder im Einsatz, um die letzten Feldfrüchte aus der Erde zu holen. Auf den Kartoffelrodern stehen die Arbeiterinnen und Arbeiter in dicken … [Weiterlesen…]

Altes Land

Ich war am Wochenende mal wieder im Alten Land. Anders als im Wendland mit seinem struppigen Wiesen, hutzeligen Dörflein und den tiefen, bunten Wäldern ist rund um Buxtehude alles kultiviert. Kein Quadratzentimeter bleibt ungenutzt. Häuser, Gärten, Straßen und vor allem: Obstplantagen. In langen Reihen stehen Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume links und rechts der kleinen Versorgungswege, … [Weiterlesen…]

Der Name des Bogens

Seit ein paar Tagen beschäftigt mich der französische Journalist, Schriftsteller und Abenteurer Sylvain Tesson. Er bereiste mit einem alten Motorrad den Weg, den Napoleons Truppen bei ihrem Rückzug aus Russland einschlugen, er machte sich im Himalaya auf die Suche nach dem Schneeleoparden, er lebte ein halbes Jahr am Baikalsee, sechs Tagesmärsche entfernt von der nächsten … [Weiterlesen…]

Zu Hause

Es regnet. Seit ich wieder im Wendland bin, regnet es. Mal kleine, mal große Tropfen. Es gibt auch mal eine Stunde Pause. Aber dann fängt es wieder an. Für meine Pflanzen draußen im Garten ist das fein, die freuen sich über den Regen. Für mich – naja. Ich hatte in Frankreich Sonne und Wind und … [Weiterlesen…]