Adieu

Es kommt mir ein bisschen verrückt vor, dass ich einige Jahre lang in diesem Blog aus meinem Leben erzählt habe und tatsächlich Menschen hierher gefunden haben, um davon zu lesen. Es ging auf und ab, ich erzählte vom Wendland, von den Menschen hier und der wunderschönen Natur. Immer noch liebe ich es, wenn ich einen … [Weiterlesen…]

Herbst, Depression

Sie hat sich von hinten angeschlichen. Erst ganz leise, das macht sie manchmal. Dann haucht sie mich nur an und flüstert: „Ich bin da.“ Ich weiß, dass sie da ist, ich kenne sie gut. Aber dann geht sie wieder und lässt mich in Frieden mein kleines, zufriedenes Leben leben. Jetzt aber hat sie sich breit … [Weiterlesen…]

Staffellauf

Am Rand des Maisfeldes steht ein Kadaver. Eine Birken-Ruine. Ihr Stamm ist abgetragen bis auf einen letzten, dicken Rumpf. Ich erkenne sie an ihrer quergemaserten, hellen Rinde. Die liegt in Fetzen um den Stamm verteilt im Gras. Wie rohes Fleisch schaut das Holz aus den kahlen Stellen im Stamm, überall sind kleine Löcher hineingebohrt und … [Weiterlesen…]

Müde

Ich sah gestern eine zerrupfte Amsel im Park. Das Federkleid war so dünn, dass man ihren kleinen Hals sah, armer Vogel. Mein Nervenkostüm ist in etwa so wie die Federhülle dieser Amsel – komplett zerrupft und dünn, man kann bis auf die Haut sehen, denn ich schlafe schlecht. Seit meiner Depression 2018/ 2019 nehme ich … [Weiterlesen…]

Waschbär

Der Eindruck der vom heutigen Tage bleibt: Ein graues, dickes Tier kugelt unter dem vor mir fahrenden Auto hervor, schüttelt sich kurz und rennt davon. Ich sah, wie der Waschbär, ohne einen der Reifen zu berühren, vom Fahrtwind erfasst unter das Auto gezogen und auf der anderen Seite wieder ausgespuckt wurde. So ein Glückspilz! Es … [Weiterlesen…]

Kommt und hört!

Etwas aufregendes passiert am Freitag: Ich lese zum ersten Mal öffentlich aus meinem Märchenbuch vor. Die „Alte-Jeetzel-Buchhandlung“ wird 35 Jahre alt und lädt zu einer literarischen Stadttour ein. Und ich bin dabei! Ich habe einen Platz im Garten des „Wendel“ in der Langen Straße und dort könnt Ihr „Die Liebenden“ oder den „Safranprinzen“ hören. Ich … [Weiterlesen…]

Verfall

Hinter meinem Haus steht ein großer Rosenbusch. Im Frühling habe ich die alten, braunen Hagebutten abgeschnitten und ihn gedüngt. Jetzt trägt er große, rotgelbe Blüten. In meiner Vase auf dem Küchentisch steht ein Straus von ihnen und duftet. Die Blüten verwelken rasch, wenn sie einmal geschnitten sind, um die Vase haben sich schon einzelne Blütenblätter … [Weiterlesen…]

Kurz und gut

Leute, die Welt dreht sich wie verrückt und mir ist ein bisschen schwindelig. Liebeskummer, der beste Ex verkauft das Familienhaus, das Wendland platzt vor Lebensfreude aus allen Nähten und das jüngste Kind möchte die Schule wechseln. („Mama, ich bin einfach kein Waldorf-Kind.“) Ich bin aufgeregter als sie und fürchte mich vor dem kommenden Mittwoch, da … [Weiterlesen…]

Frank und Tina sind nicht mehr zusammen

Heute komme ich mal mit einem Bauchladen der wendländischen Kuriositäten um die Ecke. So richtig zu erzählen gibt es nichts, die Themen außerhalb unserer schönen, heilen Welt sind irgendwie so groß, dass mir mein bisschen Leben irgendwie klein und unwichtig vorkommt. Aber immerhin: Frankreich wird nicht von einer Rechtsradikalen regiert werden und das ukrainische Flüchtlingsmädchen, … [Weiterlesen…]

Stellvertreter

Ich bin ja so ein richtiger Mi-Hocker. Ich bin gern zu Hause, ich liebe mein kuscheliges warmes Bett und meine Küche und ich mag es, all meine Sachen um mich zu haben. Und doch: Da ist so eine Sehnsucht nach Abenteuer, nach Aufregendem, nach Schweiß und Spannung und fremden Menschen. Wie praktisch, dass ich nicht … [Weiterlesen…]