Kiefernzapfen

Der Wald um das Dorf Gülden ist in den sieben Monaten, die ich jetzt hier lebe, mein zweites Wohnzimmer geworden. Jeden Morgen und jeden Nachmittag streife ich mit dem Hund und den Kindern durch die Mischwälder mit Fichten und Kiefern, Birken, Buchen und Eichen. Jetzt, im Mai, wagen hellgrüne Grashalme sich durch die Laubdecke, die … [Weiterlesen…]

Riesenpuzzle

Sieben Jahre lang wohnte ich in einem Dreiständer-Fachwerkhaus, das Zimmerleute aus dem Wendland im Jahr 1777 aus dicken Eichenbalken gebaut haben. Im Fachwerk der Küche sieht man noch heute die römischen Zahlen, die die Handwerker als Markierung mit dem Stemmeisen oder der Axt ins Holz geschlagen haben. Das Werk von Menschen zu sehen, die seit … [Weiterlesen…]

Roller Coaster

Ich sitze in meiner Küche und vor meinem Fenster hüpft ein Vogel herum. Er sammelt Material für sein Nest. Ich weiß nicht, was für ein Vogel das ist. Er ist klein und grau und hat eine schwarz-weiße Musterung. Hübsch sieht das aus. In seinem Schnabel hat er Federn und Moos gesammelt und das lässt ihn … [Weiterlesen…]

Schnappes

Wenn meine Freundin Nadja und mich Aussteigerphantasien plagen, weil die Kinder in ihrer Schule mit Kreide werfen und ich den ewigen Geldmangel leid bin, dann stellen wir uns vor, dass wir die Güldener Schnapsbrennerei zu neuem Leben erwecken. Feine Brände wollen wir herstellen und eine kleine Bar einrichten, in der man dann Hochprozentiges verkosten kann. … [Weiterlesen…]

Es ist, was es ist

Gestern hatte der Hund Geburtstag. Fünf Jahre ist sie nun bei uns, die süßeste, beste, zärtlichste und geduldigste Person der ganzen Familie. Ihr mattschwarzes Fell, ihre Lakritznase, ihre braunen, sanften Augen und ihr muffiger Geruch erfreuen uns jeden Tag aufs Neue. Ohne sie wäre ich verloren gewesen in der Zeit der Verzweiflung und Trauer. Noch … [Weiterlesen…]

März vorbei

Der März hat seinem Ruf, der November des Frühlings zu sein, alle Ehre gemacht, sieht man mal von drei bis vier Sonnentagen ab. Auch der April ist kalt, er ärgert mich mit Schnee und kaltem Wind, der mir an Jacke und Mütze rupft und die kalte Luft in meinen Kragen pustet. Ich gehe dennoch jeden … [Weiterlesen…]

Schreiben

Ich bin allein zu Hause. Meine Kinder sind bei ihrem Vater, und es fällt mir schwer, mich in diesen Zeiten, in denen wir so zurückgeworfen sind auf uns selbst, tapfer zu sein. Gestern saß ich auf dem Sofa und aß Vanillepudding. Doch heute, da will ich etwas tun. Was mich rettet vor dem Dahintaumeln in … [Weiterlesen…]

Keiner wartet

Alle müssen sie heim. Nur ich muß nicht müssen.Keiner wartet, daß ich ihm das Essen richte.Keiner sagt, komm, setz dich her. Wie bist du müde!Schneidet mir keiner das Brot. Keiner weiß, wie ich war mit achtzehn, damals.Keiner stellt mir den ersten Flieder hin,Holt mich vom Zug mit dem Schirm. Ist keiner, dem ich beim Lampenlicht … [Weiterlesen…]

Frauentag

Heute ist internationaler Frauentag. Der achte März wurde in der DDR groß gefeiert. Ich erinnere mich an meine Mutti, die mit roten Wangen und etwas verschwitzt spät am Abend nach Hause kam. Sie hatte mit ihrem Kollektiv im VEB Lampen in Neustadt ein bisschen gefeiert. Es gab süßen Sekt und ein Likörchen und eine Rede … [Weiterlesen…]