Rammelnde Rüden

Der Herbst hält Einzug im Wendland – er lässt Waschbären zu kleinen Knochen- und Fellhaufen zerfallen, bedeckt die Wiesen mit Nebelschwaden und Laubteppichen und gibt mir das Gefühl, jeden Tag eine Tafel Schokolade essen zu müssen. Fett isoliert. Das weiß man ja. Gerade bin ich zu Besuch bei Freunden an der Schlei. Dieser Meeresarm der … [Weiterlesen…]

In der Dunkelheit

Seit ich im Wendland lebe, gehe ich gern in rabenschwarzer Nacht spazieren. Wer das noch nicht ausprobiert hat, wird es nicht nachvollziehen können: Die Nacht umfängt den Spaziergänger mit ihrem rabenschwarzen und doch durchsichtigen Mantel. Alle Geräusche sind nah und doch fern. Die Welt verändert ihren Aggregatzustand. Man ist ganz allein und doch seltsam verbunden … [Weiterlesen…]

Fickende Fliegen

Beginnen zwei oder mehr Worte mit dem gleichen Buchstaben, dann ist das eine Alliteration. Ich weiß noch, als ich in meine Wohnung zog: Da hieß es im Dorf, mein Vermieter sei politisch sehr am rechten Rand zu verorten. Das machte mir etwas Sorge, ich wollte keinen Nazi-Vermieter. Es nutzte aber nichts, ich brauchte ein Zuhause, … [Weiterlesen…]

Schlacht in der Göhrde

Hier im Wendland ist ja im Herbst eher wenig los. Im Frühling, ja da! Aber jetzt… Da nehmen wir jedes Spektakel, das sich bietet, mit. Und an diesem Wochenende spielt sich in der Göhrde ein Schauspiel ab: Alle zwei Jahre treffen sich hier Reenactment-Fans und spielen eine Schlacht nach, die am 16. September 1813 zwischen … [Weiterlesen…]

Nordkunst

Ab und zu ist es ja ganz prima, die Nase mal in die Luft zu strecken und zu schnuppern, was es außerhalb des eigenen Dunstkreises so zu entdecken gibt. Und so war ich am vergangenen Wochenende auf einer riesengroßen Kunstausstellung, die seit vielen Jahren in einem Ort mit lustigem Namen stattfindet: In Büdelsdorf. Dort steht … [Weiterlesen…]

Viel passiert

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass ich aus dem schönen Wendland berichtet habe. Zwei Jahre, in denen sehr viel passiert ist. Im schönen alten Haus wohnt nun der Vater unserer Kinder, mein lieber Ex-Mann. Und ich bin ausgezogen, auf neuen Wegen unterwegs, aber immer noch Wendländerin. Mein neues Zuhause liegt in einem kleinen … [Weiterlesen…]

Nicht auf den Scherben stehen bleiben

Alles ist schrecklich. Die Angst in den Augen meiner Jüngsten, dieses Nicht-Verstehen, aber spüren, was kommt. Diese Kühle hier im alten Haus, wo wir einmal glücklich waren. Ich gehöre hier nicht mehr her, aber ich habe noch kein neues Zuhause. Es ist ungemütlich und gar nicht mehr schön, dabei hat sich noch gar nicht so … [Weiterlesen…]

Über die Tierliebe und ihre Folgen

Wer liebt es nicht, am Sonntagmorgen ein weich gekochtes Ei zu köpfen und das gelbe Dotter zu löffeln mit dem guten Gefühl, dass ein glückliches Huhn dieses Wunderwerk der Natur gelegt hat. So auch wir. Sechs Hühner und einen Hahn nennen wir unser Eigen. Julius und sein Harem Pieps, Gertrud, Ari, Bärli, Alma und Keine … [Weiterlesen…]

Dem Tode von der Schippe

Soeben komme ich von meiner täglichen Hunderunde zurück. Diesmal musste ich nicht um mein Leben fürchten. Vorgestern allerdings war es ziemlich knapp: Hinter unserem Grundstück liegt die Rinderweide vom benachbarten Bauernhof. Wir gehen auf unseren Spaziergängen gerne daran vorbei Richtung Wald. Auf der Weide steht eine bunt gemischte Mutterkuh-Herde mit Kälbchen und imposantem Bullen. Jedes … [Weiterlesen…]

Jetzt aber!

Neulich auf dem Klo, dem einzigen Ort in diesem Haus, an dem ich in Ruhe Zeitung lesen kann, las ich über die Princeton-Professorin Christy Wampole. Sie schrieb kürzlich in Berlin einen Essay wider die Ironie. Ihre Kritik: Die Hipster-Szene in Berlin verstecke sich hinter der Ironie. Nichts sei so gemeint wie es erscheine. Vintage-Kleidung, Schnauzbärte, … [Weiterlesen…]