Winter

Es ist kalt. So kalt, dass der Schnee knirscht, wenn ich auf ihm spaziere. Der Ostwind beißt mir grimmig in die Wangen, nur im Wald lässt er von mir ab. Die Bäume lassen froststarres Knacken hören, während oben ihre Wipfel hin und her fahren. Die Vögel, diese winzigkleinen Federbälle, hängen im Vorgarten an den Meisenringen. … [Weiterlesen…]

Hoher Mechtin

Gleich hinter meinem Haus beginnt der Wald. Hohe Kiefern, sandiger Boden. Durch den Wald führt der Weg in den Hohen Mechtin. Der kleine Höhenzug ist mit 142 Metern über Null die höchste Erhebung des Wendlands. Gemächlich können Besucher auf einem breiten Weg hinaufwandern, links und rechts steht alles voller Heidelbeerbüsche. Im Sommer werden wir hier … [Weiterlesen…]

Bis auf die Knochen

Heute war der erste richtige Novembertag. Trübe. Neblig. Kalt. Als ich unter der Linde an der Wegkreuzung, die in die Felder führt, entlanglief, regnete es Nebeltropfen von den Blättern auf mich. Seltsam, die Bäume haben ihr Laub in diesem Herbst sehr lang. Schön bunt ist es immer noch, erst langsam wehen die Novemberwinde die Blätter … [Weiterlesen…]

Zimt und Curry

Wir haben Erntezeit im Wendland, immer noch. Das Getreide ist längst runter, aber es sind noch viele Kartoffeln in der Erde, und die Roder schieben sich gemächlich über die Äcker, während obendrauf die Ernteleute stehen und sortieren: Steine, Unkraut, halbtote Kröten (ja, leider!) und sonstiger Kram raus, die schönen gelben Kartoffeln dürfen weiterfahren und landen … [Weiterlesen…]

Ohne Bild

Wo fange ich an? Heute kann ich kein Bild zeigen, denn ich habe etwas gesehen, das ich nicht fotografieren konnte. Ich hatte mein Telefon nicht bei mir und es wäre mir auch vermessen vorgekommen, in dieser Situation so ein schnödes Gerät aus der Tasche zu kramen. Ich wollte alles genau sehen, und da hätte das … [Weiterlesen…]

Land

Wir waren gestern im Freibad. Das Freibad in Groß Wittfeizen ist ein Kleinod: Eingebettet in einen Kiefernwald, von einem Verein liebevoll zum Naturbad umgebaut. Keine blauen Kacheln, kein Chlor, stattdessen Holzstege und grünes, klares Wasser, das nach See duftet und ein paar Schilfbeete, die das Wasser klären. Wir kommen gern her und wir sind Vereinsmitglieder. … [Weiterlesen…]

Sommersachen

Heute beim Laufen im Regen kreuzte eine kleine Schnirkelschnecke meinen Weg. Es gibt sie hier zu Hauf, aber heute konnte ich mich bei ihrem Anblick genau an den Zauber erinnern, den eine solche Schnecke auf mich ausübte, als ich ein kleines Mädchen war. Das helldunkel geringelte Haus, die zielstrebig ausgestreckten Fühler. Das kühlfeuchte Gefühl, wenn … [Weiterlesen…]

Sommer, drei

Es ist kühl geworden. Ab und zu kommt eine dicke Wolke angeflogen, dann gibt es einen Platzregen, der sich gewaschen hat. Auf dem Fahrrad wurde ich kürzlich nass bis auf die Haut. Dann plötzlich scheint wieder die Sonne. Der Wind pfeift ums Haus und lässt die dicht belaubte Pappel hinter der Scheune rauschen. Auf dem … [Weiterlesen…]

Sommer, zwei

Die Spatzen sitzen im Getreidefeld und fressen sich die Bäuche voll. Sie hängen an den Halmen, und fahre ich vorbei, dann stiebt eine Horde tschilpender Federbälle aus dem Feld und flattert vor mir her. Sie sind im Rausch, das Leben ist schön. Die Linde an der Hofeinfahrt ist über und über mit Blüten bedeckt. Der … [Weiterlesen…]