Der Name des Bogens

Seit ein paar Tagen beschäftigt mich der französische Journalist, Schriftsteller und Abenteurer Sylvain Tesson. Er bereiste mit einem alten Motorrad den Weg, den Napoleons Truppen bei ihrem Rückzug aus Russland einschlugen, er machte sich im Himalaya auf die Suche nach dem Schneeleoparden, er lebte ein halbes Jahr am Baikalsee, sechs Tagesmärsche entfernt von der nächsten … [Weiterlesen…]

Reisefieber

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen: Reisen macht schlau und außerdem ist es prima, mal das Gehirn zu lüften und zu schauen, wie die Menschen es anderswo so machen mit dem Essen und Grüßen und überhaupt. Deshalb plane ich gerne Reisen, ich fahre mit meinen Kindern in europäische Großstädte, damit wir … [Weiterlesen…]

Alt

Die Zeit vergeht so schnell. Ich kann mich noch erinnern, wie ich als junges Ding nachrechnete, wie alt ich zur Jahrtausendwende sein würde. 26. Das fand ich noch erträglich. Heute bin ich fast 48 Jahre alt und nun ist der Sommer schon wieder fast vorbei. Auf den Getreidefeldern stehen nur noch Stoppeln und die Tage … [Weiterlesen…]

Fred Ferkel

Ich habe manchmal so einen Hunger nach unvernünftigen Süßigkeiten. Nach Dreck, nach Schweinerei. Wie gut, dass es Fred Ferkel gibt! Die kleinen rosa Gummigesichter aus der pinken Plastiktüte machen mich glücklich. Ich kann sie rauschhaft in mich hineinstopfen, aber halt! Zuerst müssen die kleinen, Gummi-Ohren abgeknabbert werden. Die sind etwas fester als der Rest des … [Weiterlesen…]

Fixe Tippelei

Neulich, als die Tage noch kühl und verregnet waren, trafen wir uns vor dem Büro des Holzvolks, um eine Gesellin, die in Hohenvolkfien bei Jan und Isi ihre Ausbildung zur Zimmerin erfolgreich abgeschlossen hatte, beim „Losgehen“ zuzusehen. Die junge Frau brach auf zu „drei kurzen Jahren und einem langen Tag“. Auf Wanderschaft, auf die Walz, … [Weiterlesen…]

Kiefernzapfen

Der Wald um das Dorf Gülden ist in den sieben Monaten, die ich jetzt hier lebe, mein zweites Wohnzimmer geworden. Jeden Morgen und jeden Nachmittag streife ich mit dem Hund und den Kindern durch die Mischwälder mit Fichten und Kiefern, Birken, Buchen und Eichen. Jetzt, im Mai, wagen hellgrüne Grashalme sich durch die Laubdecke, die … [Weiterlesen…]

Riesenpuzzle

Sieben Jahre lang wohnte ich in einem Dreiständer-Fachwerkhaus, das Zimmerleute aus dem Wendland im Jahr 1777 aus dicken Eichenbalken gebaut haben. Im Fachwerk der Küche sieht man noch heute die römischen Zahlen, die die Handwerker als Markierung mit dem Stemmeisen oder der Axt ins Holz geschlagen haben. Das Werk von Menschen zu sehen, die seit … [Weiterlesen…]

Roller Coaster

Ich sitze in meiner Küche und vor meinem Fenster hüpft ein Vogel herum. Er sammelt Material für sein Nest. Ich weiß nicht, was für ein Vogel das ist. Er ist klein und grau und hat eine schwarz-weiße Musterung. Hübsch sieht das aus. In seinem Schnabel hat er Federn und Moos gesammelt und das lässt ihn … [Weiterlesen…]

Schnappes

Wenn meine Freundin Nadja und mich Aussteigerphantasien plagen, weil die Kinder in ihrer Schule mit Kreide werfen und ich den ewigen Geldmangel leid bin, dann stellen wir uns vor, dass wir die Güldener Schnapsbrennerei zu neuem Leben erwecken. Feine Brände wollen wir herstellen und eine kleine Bar einrichten, in der man dann Hochprozentiges verkosten kann. … [Weiterlesen…]

März vorbei

Der März hat seinem Ruf, der November des Frühlings zu sein, alle Ehre gemacht, sieht man mal von drei bis vier Sonnentagen ab. Auch der April ist kalt, er ärgert mich mit Schnee und kaltem Wind, der mir an Jacke und Mütze rupft und die kalte Luft in meinen Kragen pustet. Ich gehe dennoch jeden … [Weiterlesen…]