Land

Wir waren gestern im Freibad. Das Freibad in Groß Wittfeizen ist ein Kleinod: Eingebettet in einen Kiefernwald, von einem Verein liebevoll zum Naturbad umgebaut. Keine blauen Kacheln, kein Chlor, stattdessen Holzstege und grünes, klares Wasser, das nach See duftet und ein paar Schilfbeete, die das Wasser klären. Wir kommen gern her und wir sind Vereinsmitglieder. … [Weiterlesen…]

Sommersachen

Heute beim Laufen im Regen kreuzte eine kleine Schnirkelschnecke meinen Weg. Es gibt sie hier zu Hauf, aber heute konnte ich mich bei ihrem Anblick genau an den Zauber erinnern, den eine solche Schnecke auf mich ausübte, als ich ein kleines Mädchen war. Das helldunkel geringelte Haus, die zielstrebig ausgestreckten Fühler. Das kühlfeuchte Gefühl, wenn … [Weiterlesen…]

Schnüffelstück

Ich fuhr gerade eben mit meinem Fahrrad durch die wendländischen Wiesen und Felder, neben mir trabte der Hund. Der Wind blies munter auf den Flaschenhälsen der Bierflaschen, die meine Freundin Nadja und ich gerade geleert hatten. Rothaus Tannenzäpfle, ein hervorragender Tropfen. Es ist lustig, durch die Wiesen zu fahren, während aus der Satteltasche ein tiefes … [Weiterlesen…]

Sucht

Manche Menschen fangen ja nach einer Trennung an zu rauchen. Oder sie bekommen ein Alkoholproblem. Ich neige bei allen Kopflosigkeitstendenzen doch zur Vorsicht und deshalb habe ich eine Sucht entwickelt, die nur ein bisschen doof, aber nicht gefährlich ist. Ich liebe Eukalyptusbonbons. Ich begann sie wohl zu lutschen, als ich mich trennte. Ich erinnere mich … [Weiterlesen…]

Sommer, drei

Es ist kühl geworden. Ab und zu kommt eine dicke Wolke angeflogen, dann gibt es einen Platzregen, der sich gewaschen hat. Auf dem Fahrrad wurde ich kürzlich nass bis auf die Haut. Dann plötzlich scheint wieder die Sonne. Der Wind pfeift ums Haus und lässt die dicht belaubte Pappel hinter der Scheune rauschen. Auf dem … [Weiterlesen…]

Sommer, zwei

Die Spatzen sitzen im Getreidefeld und fressen sich die Bäuche voll. Sie hängen an den Halmen, und fahre ich vorbei, dann stiebt eine Horde tschilpender Federbälle aus dem Feld und flattert vor mir her. Sie sind im Rausch, das Leben ist schön. Die Linde an der Hofeinfahrt ist über und über mit Blüten bedeckt. Der … [Weiterlesen…]

Sommer

Im Wald bei Metzingen, versteckt hinter einer Wegbiegung, wächst eine Gruppe Fingerhüte. Dutzende Pflanzen, mannshohe Blütenkerzen in pink, lila und weiß. Still ist es hier, nur die Mücken surren und stolz stehen die Fingerhüte da. Wie ein kleines Wunder ist das. Wo kommen die alle her? Auf der Straße dreht sich eine Daune im Wind. … [Weiterlesen…]

Den Teufel auf den Fersen

Als Mädchen las ich ein Buch des Ausnahmesportlers Louis Zamperini. Er nahm 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teil, geriet als US-Soldat in japanische Gefangenschaft und fand nach seiner Freilassung nur schwer ins Leben zurück. Er rannte und rannte, und das tue ich jetzt auch. Mag so vieles in meinem Leben gerade schief und … [Weiterlesen…]

Warm

Der Tag fing mit Nebel und Kühle an. Grauer Himmel, graue Schleier über den Wiesen. Tröpfchen an den Grashalmen, nasse Schuhe beim Spaziergang. Der Hund mag das Wetter, weil alles mehr riecht als sonst. Er hat die Nase am Boden und jagt Fährten nach. Hierhin, dorthin. Dann sieht er, dass ich einen Stock aufgehoben habe, … [Weiterlesen…]

Miststück

Ich wache auf, und die Depression hat neben mir geschlafen. Im Schlaf hat sie sich auf mich gelegt und ihr Speichel ist auf mein Kissen getropft. Ich erwache, und sie schmatzt und seufzt und hält sich mit ihren dürren Armen an mir fest, sie will mich noch ein bisschen in den Kissen halten, in diesem … [Weiterlesen…]