Stippvisite

Das Wendland ist – daran gibt es nichts schönzureden – eine strukturschwache Region. Wenig Arbeitsplätze, wenig Bewegung, es fehlt an Innovation und Schwung. Das Wendlandlabor, ein Projekt des Landkreises Lüchow-Dannenberg, versucht, ein bisschen Schwung in den Laden zu bringen. Mit der Vernetzung von Kreativen aus der Region und Designstudenten aus den umliegenden Unistädten soll frischer … [Weiterlesen…]

Sulaika

Ich habe es ja schon geschrieben: Es wird Herbst. Diese Jahreszeit ist für mich, die ich an einer hartnäckigen Depression leide, eine böse Jahreszeit. Es ist schwierig, den Kopf oben zu behalten und nicht einfach in die watteweiche Traurigkeit hinüber zu gleiten. Nichts ginge mehr, außer schlafen und traurig sein. Essen geht nicht, lachen geht … [Weiterlesen…]

Wie eine Lichtung entsteht

Hinter dem Dorf Grabow gibt es einen schönen großen Buchenwald. Ich liebe diese Bäume. Sie formen mit ihren Stämmen und mit ihrem Blätterdach Kathedralen, mit Säulen aus Holz und einer Kuppel aus Blättern und Licht. Ich gehe sehr gern in diesem Buchenwald spazieren, der von einem Bächlein durchflossen ist und in dem am Boden Farne … [Weiterlesen…]

Herbst und Tränen

Okay. Lasst es mich sagen, wie es ist: Ich hatte einen miesen Tag. Warum? Weil mein Leben gerade mal wieder Kabolz schlägt. Alles geht drunter und drüber und ich fühle mich damit gar nicht wohl. Zunächst ist da die Arbeit: Ich habe meine Festanstellung als Redakteurin verloren, weil ich meinem narzisstischen Chef die Stirn geboten … [Weiterlesen…]

Rammelnde Rüden

Der Herbst hält Einzug im Wendland – er lässt Waschbären zu kleinen Knochen- und Fellhaufen zerfallen, bedeckt die Wiesen mit Nebelschwaden und Laubteppichen und gibt mir das Gefühl, jeden Tag eine Tafel Schokolade essen zu müssen. Fett isoliert. Das weiß man ja. Gerade bin ich zu Besuch bei Freunden an der Schlei. Dieser Meeresarm der … [Weiterlesen…]

Metamorphose

An der Straße, die vom Waddweitzer Kreisel nach Prießeck und weiter nach Clenze führt, liegt seit einigen Tagen ein überfahrener Waschbär. Wohlgenährt und ohne sichtbare äußere Verletzungen. Ich sehe ihn jeden Tag, wenn ich mit dem Fahrrad meine Hunderunde mache. Erst war er einfach ein totes Tier. Der Hund schnüffelte interessiert, ließ ihn dann liegen. … [Weiterlesen…]

Dunkel

Ich saß in meiner Küche, der Wein war ausgetrunken und das Leben zu schön, um einfach schlafen zu gehen. Ich hörte Lana del Rey und erinnerte mich daran, wie schön es ist, in der Dunkelheit umherzuspazieren. Ich streifte meine Regenjacke über, zog die schwarzen Gummistiefel an und ging hinaus in die Nacht. Still war das … [Weiterlesen…]

Hühnerhabicht

Ich ging gestern mit meinem Hund über die Wiesen spazieren. Ganz in der Nähe liegt das Dorf Diahren, und hinter diesem Dorf hat ein Hühnerbauer sein Federvieh. Die glücklichen Viecher dürfen über üppig grüne Wiesen laufen und sehen ziemlich zufrieden aus. Lachshühner sind es, mit cremefarbenem Gefieder und lustigen Backenbärten. Sie scharren nach Würmern und … [Weiterlesen…]

In der Dunkelheit

Seit ich im Wendland lebe, gehe ich gern in rabenschwarzer Nacht spazieren. Wer das noch nicht ausprobiert hat, wird es nicht nachvollziehen können: Die Nacht umfängt den Spaziergänger mit ihrem rabenschwarzen und doch durchsichtigen Mantel. Alle Geräusche sind nah und doch fern. Die Welt verändert ihren Aggregatzustand. Man ist ganz allein und doch seltsam verbunden … [Weiterlesen…]

Daten flitzen

Neulich, am 12. Oktober, war es mal wieder so weit: Das Internet war alle. Das glauben nur Menschen, die auch hier im Wendland leben, aber sowas gibt es wirklich. Wenn man eine 14jährige Tochter hat, die aus nostalgischen Gründen pausenlos „Die drei Fragezeichen“ auf Spotify hört oder sich Anleitungen für das Herstellen von Papier (hier … [Weiterlesen…]