Leben kaputt

Es ist etwas passiert. Etwas trauriges, schlimmes…

Ich ziehe in den nächsten Tagen aus dem Haus aus, dass der Vater meiner drei Kinder und ich vor sechs Jahren gemeinsam gekauft haben. Wir haben uns getrennt, und ich mag nicht mehr hier wohnen, er hingegen schon. Wir werden die Kinder ziemlich gleichmäßig auf uns verteilen, ein bisschen mehr bekomme ich sie, weil ich nicht so viel arbeite wie er. Momentan ist der Plan: Mo, Di er, Mi, Do, Fr ich und die Wochenenden immer im Wechsel.

Das fühlte sich in der Theorie ganz gut an.

Jetzt ist die neue Wohnung fast fertig, wir haben schon die ersten Sachen hineingetragen. Der Ex-Mann hilft mir, Internet einzurichten, eine Arbeitsplatte in der Küche einzubauen, er baut mir auch ein Regal in der Abstellkammer und wir sind uns einig, dass wir alles tun werden, um den Kindern die Trennung so erträglich wie möglich zu gestalten.

Die Kinder sind 12, 9 und 4 Jahre alt. Und sie sind bis jetzt guter Dinge, denn ich glaube, sie können sich gar nicht vorstellen, was da auf sie zukommt.

Ich bin jetzt seit zwei Tagen so unfassbar traurig, dass ich das Gefühl habe, mein Herz bricht in Stücke. Wirklich. Ich habe körperliche Schmerzen vor Traurigkeit. Wann immer ich allein bin, auf jeder Hunderunde, weine ich. Laut, leise, verzweifelt, wütend.

Was mich so traurig und angstvoll macht: Ich werde meine Kinder nicht mehr jeden Tag um mich haben. Ich bin nicht mehr Teil einer Familie. Unser Plan vom gemeinsamen Altwerden hat nicht funktioniert. Ich habe Angst, für immer allein zu sein, und dass diese schlimme Trauer nie mehr aufhört. Ich habe Angst, wegen dieser Traurigkeit meine Kinder nicht gut auffangen zu können.

Ich werde die Kinder so sehr vermissen!

Ich bin völlig fassungslos, ich kann einfach nicht glauben, dass uns das „passiert“. Ich werde nicht mehr in diesem Haus wohnen. Mein Garten wird verwildern. Ich musste alle Hühner abgeben. Die Schafe werden geschlachtet.

Wirklich, mein Herz bricht. Ich bin völlig hysterisch, verängstigt und aufgelöst. Heute ist die Jüngste zum Spielen bei ihrer besten Freundin gewesen und als ich sie eben abholen wollte, wollte sie gern dort übernachten. Ich habe es ihr natürlich erlaubt, aber ich vermisse sie so sehr und ich sitze hier und weine, und meine zwölfjährige, die ein gebrochenes Schlüsselbein hat und damit genug mit sich selbst zu tun, streichelt mich und sagt: Wein ruhig Mama, Du darfst so viel weinen, wie Du willst. Ich halte Dich fest. 

Wie soll ich das überleben? Wie soll ich es schaffen, alle meine Sachen aus diesem, meinem Zuhause zu tragen? Ich habe meine Wurzeln verloren, und ich muss mir alles neu aufbauen. Ich habe solche Angst, meine Kinder zu verlieren. Was, wenn das Wechselmodell nicht funktioniert und die Kinder lieber beim Papa wohnen wollen?