Daten flitzen

Ein Graben geht durchs Wendland.

Neulich, am 12. Oktober, war es mal wieder so weit: Das Internet war alle. Das glauben nur Menschen, die auch hier im Wendland leben, aber sowas gibt es wirklich. Wenn man eine 14jährige Tochter hat, die aus nostalgischen Gründen pausenlos „Die drei Fragezeichen“ auf Spotify hört oder sich Anleitungen für das Herstellen von Papier (hier liegt haufenweise Papier rum, fragt nicht) auf Youtube anschaut, dann ist das Datenkontingent, dass mir der Provider für einen Montag zubilligt, schon zwei Tage vor Ende der Abrechnungsperiode verbraucht. Ich bemerke in einer solchen Situation, wie viele Dinge ich über das Internet regele: Schokokuchenrezept, Anreisedatum der Tochter, Nachrichten an Freunde, Mediatheken flöhen… Alles übers Netz.

Der unbequeme Zustand der begrenzten Datenkontingente wird nun wohl bald ein Ende haben: Im ganzen Landkreis heben Arbeiter Gräben aus und legen bunte Kabel hinein: Das ganze, große Wendland soll mit Glasfaserinternet verkabelt werden. Ein Riesenprojekt, für das sich eigens eine Firma gegründet hat, die alle Arbeiten und die Organisation des Ganzen übernimmt: Die Breitbandgesellschaft Lüchow-Dannenberg mbH. Hier können Bürger einen Anschluss bestellen, sich beraten lassen und nach Tarifen fragen.

Auf unserer Dorfstraße befinden sich seit neuestem pinke Markierungen: Hier werden einst, wenn auch bei uns die Kabel liegen, die Verbindungen auf die Grundstücke führen. Und wenn das so ist, kommt eines Tages ein Techniker und schließt die Haushalte an. Dann flitzen Daten mit 1.000 Mbits pro Sekunde durch die Glasfaserkabel und versorgen die Wendländer mit Kochrezepten, Nachrichten, Videos. Und Geschichten von „Die drei Fragezeichen“.