Metamorphose

Nichts für schwache Nerven: Was vom Bären übrig blieb.

An der Straße, die vom Waddweitzer Kreisel nach Prießeck und weiter nach Clenze führt, liegt seit einigen Tagen ein überfahrener Waschbär. Wohlgenährt und ohne sichtbare äußere Verletzungen.

Ich sehe ihn jeden Tag, wenn ich mit dem Fahrrad meine Hunderunde mache. Erst war er einfach ein totes Tier. Der Hund schnüffelte interessiert, ließ ihn dann liegen. Später verformte sich der Körper leicht, er schient einzusinken, kleiner zu werden.

Jetzt, nach ein paar warmen Tagen, haben sich Pilze und Maden des Kadavers bemächtigt. Er ist von einem dicken grauen Pelz überzogen, in dem es wimmelt und wuselt.

Bald schon wird von dem Waschbär nichts mehr übrig sein als ein Häufchen Knochen und die Reste seines Fells. Alles wird gefressen sein: Die Augen, die Zunge, die Innereien. Alles Muskelfleich und auch das Fett. Diesen Winter wird er keine Not leiden, der Waschbär.