Herbst und Tränen

Scheinheilig, dieser Herbst…

Okay. Lasst es mich sagen, wie es ist: Ich hatte einen miesen Tag. Warum? Weil mein Leben gerade mal wieder Kabolz schlägt. Alles geht drunter und drüber und ich fühle mich damit gar nicht wohl.

Zunächst ist da die Arbeit: Ich habe meine Festanstellung als Redakteurin verloren, weil ich meinem narzisstischen Chef die Stirn geboten habe. Der hat mich einfach in der Probezeit rausgeschmissen. Ich habe da sehr ungern gearbeitet, aber hey: Von irgendwas muss ich Brötchen kaufen.

Dann ist da der Herbst: Ich poste hier ein schönes Foto von Hagebutten und blauem Himmel, aber mal ehrlich: Es ist noch nicht sechs Uhr und draußen ist es rattendunkel. Es ist kalt, nass und so wird es jetzt vier Monate lang bleiben. Es sei denn, wir bekommen einen knackigen Winter, aber damit ist in unseren Breitengraden kaum zu rechnen.

Und dann ist da die Liebe: Hier ist neulich so einer aufgekreuzt der sehr gut küssen konnte und wahnsinnig gut roch. Er machte mir schöne Augen und war auch sonst sehr freundlich. Ich ließ ihn in mein Herz und kaum war er drinnen, hat er sich überlegt, dass er eine andere Frau noch lieber mag als mich. Peng.

Ich resümiere: Ich habe keine Arbeit. Es ist Herbst. Ich habe Liebeskummer. Was bin ich froh, dass mein Hund bei mir wohnt.