Wie eine Lichtung entsteht

So ein großes Loch hat der Sturm gerissen

Hinter dem Dorf Grabow gibt es einen schönen großen Buchenwald. Ich liebe diese Bäume. Sie formen mit ihren Stämmen und mit ihrem Blätterdach Kathedralen, mit Säulen aus Holz und einer Kuppel aus Blättern und Licht. Ich gehe sehr gern in diesem Buchenwald spazieren, der von einem Bächlein durchflossen ist und in dem am Boden Farne wachsen und im Frühling die Buschwindröschen blühen.

Im vergangenen Herbst gab es ein paar böse Stürme hier in der Region, viel Holz ging dabei kaputt. Auch den Buchenwald hat es erwischt: Geschwächt von der krassen, langen Trockenheit des Sommers, hat erst ein Baum sich dem Wind ergeben, dann noch einer und noch einer. Eine richtige Schneise hat der Sturm in den wunderschönen und geheimnisvollen Wald geschlagen, und es war schlimm, das zu sehen. Wie tote Riesen lagen die schönen, stolze Bäume kreuz und quer, das Wurzelwerk aus der Erde gerissen.

Inzwischen hat der Waldbesitzer aufgeräumt: Die Stämme wurden abtransportiert, die Wurzelballen plumpsten zurück in die Erde. Nur noch ein paar Kronenteile und die aufgewühlte Erde erinnern daran, was hier passiert ist.

Nun gibt es am Waldrand eine große Lichtung. Noch sieht sie aus wie eine Wunde, die der Wind geschlagen hat. Aber der Wald wird weiter wachsen und sich seinen Platz zurückerobern. Es ist spannend, dabei zuzusehen, wie die Natur mit Katastrophen umgeht. Pragmatisch. Unaufgeregt. Ich guck mir das noch ein Weilchen an. Vielleicht mache ich das bei der nächsten Katastrophe auch so.