Der Ulrich sagt…

Der Ulrich sagt, ich soll mal schreiben, dass der Mais nun längst geerntet ist. Gut. Der Mais ist längst geerntet. Im Oktober hörte man die Maisroder auch nachts auf den Feldern fuhrwerken. Ab und zu knallte es scharf, dann hatten die Jäger wieder ein paar freche Wildschweine zu erschießen, die sich an den reifen Kolben vergreifen wollten. Es fuhren endlose Treckerkolonnen über Land mit Maishäckseln zu den Biogasanlagen. Nicht, dass Ihr meint, dass aus Wendland-Mais leckeres Popcorn entsteht oder das Zeug in Dosen endet. Neinein, das wird alles zu Energie verwurstet und alle finden das prima. Den Treckersprit und die armen Schwarzkittel rechnen wir jetzt einfach mal nicht, bei der Ökobilanz.

Wir haben den langen Winter gut überstanden. Erst jetzt, wo die Tage wieder länger werden und die Sonne schon wärmt (wenn sie denn mal scheint), merke ich, wie kalt und dunkel die letzten Monate waren. Unser Kaminofen hat uns gerettet und Henning war schon im Wald, um Nachschub für den nächsten Winter zu holen. Der (also der Nachschub, nicht Henning) liegt jetzt gesägt und gespalten im Garten und muss noch weggestapelt werden. Weil meine Persönlichkeitsstruktur, was die Vorratshaltung angeht, der eines Eichhörnchens entspricht, mache ich solche Arbeit gern. Nur volle Speisekammern/ Weinkeller/ Holzschober sind gut!

Im März habe ich einen Gemüsegarten direkt neben dem Haus angelegt. Es wird Möhren und Zwiebeln, Erbsen, Knoblauch, Erdbeeren und Pastinaken, Zucchinis und jede Menge Kräuter geben. Ich bin gespannt, ob der Platz gut ausgesucht ist und die ganze viele Arbeit sich gelohnt hat.

Dann werden noch Hühner einziehen bei uns, mein Vati baut gerade den Stall für acht Hennen und einen Hahn. Wir haben einen Arche-Hof in Amt Neuhaus gefunden, der „Gelbe Sachsen“ hält und züchtet. Ich wollte gern eine Hühnerrasse, die auf der roten Liste steht und freue mich total auf die Mistkratzer. In drei Wochen ziehen sie bei uns ein. Zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen zählt das Einsammeln der Eier im Hühnerstall meines Onkels. Und ehrlich gesagt auch das Ausnehmen der geschlachteten Hühner bei meiner geliebten Tante Jennett. Ich bin sehr gespannt, ob wir es über uns bringen werden, im Herbst einige Hühner zu schlachten. Und hätten wir mehr Land, würde ich ohne zu zögern noch ein paar freche Ziegen vom Archehof mitbringen. Die sind so schlau! Und der Käse!!

Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde ich gern den Rest meines Lebens so verbringen, wie ich es gerade tue: Schreiben, im Garten arbeiten, meine Kinder großziehen, mit meinem Mann zusammensein und überlegen, wo der neue Schuppen hinsoll. Ich fühle es genau: Das wird ein guter Sommer!

One Comment

  1. In aller Unbescheidenheit: Recht hat der Ulrich.
    Und er sagt noch was: Du HAST einen Wunsch frei – ist das nicht toll?
    Und schließt nicht ohne den Hinweis: Für Blogs gildet dasselbe wie für Speisekammern/ Weinkeller/Holzschober: Nur voll sind sie richtig gut.

    Bis bald!
    U.

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