Achtung, Kitsch!

Heute sitze ich in meiner Küche, trinke Rotwein und der dicke Hund schnarcht auf dem Sofa. Ein Winterwochenende im Wendland kann so schön sein. Gestern war ich bei meiner Freundin Nadja zur Feuertonne geladen. Also habe ich Fladenbrot aufgebacken und Hummus gerührt und bin ein Dorf weiter gefahren, um dort mit Nadja, Laura und Janina am Feuer zu sitzen. Wir alle sind Mütter, erwachsene Frauen mit Lebensgeschichten und einer Menge Erfahrungen. Ich bin die Älteste und lebe als Einzige ganz ohne Partner, aber ich fühlte mich gestern Abend im Kreise dieser Frauen so geborgen und verstanden.

Wir sprachen über die Liebe. Natürlich über Männer. Über unsere Körper, über Sex, über Kinder, über Bücher, Arbeit und Essen und wir tranken Wein und rauchten Zigaretten und fühlten uns frei und jung. Nadja und ich waren uns einig, dass wir nie wieder 20 sein möchten, sondern dass unser Leben so, wie es jetzt ist, genau richtig ist. Wir haben gesunde, fröhliche Kinder, wissen, wer wir sind und was wir uns vom Leben noch so wünschen. Und das Beste: Wir wissen, ob und wie wir es bekommen können. Das unterscheidet uns von unseren jüngeren Ichs.

Wir sprachen auch über magische Momente: Nadja berichtete von einem Eichhörnchen, das ihr am Morgen auf den Schoß geklettert war. Und dass sie auf dem großen Anhänger voller Laub gelegen und Musik gehört hat. Mir fiel dabei wieder der Abend ein, an dem ich bei offenem Fenster im Bett lag und las. Plötzlich hatte ich eine Fledermaus im Zimmer. Ich machte das Licht aus und sah dem flinken Schatten beim Herumflattern im Zimmer zu. Die Fledermaus flog Kreise über meinem Bett, und darüber schlief ich ein. Am Morgen war sie verschwunden.

Ich muss nun, obwohl es sehr kitschig ist, an dieser Stelle Marianne Williamson zitieren. Ich finde, es passt einfach zu gut hierher:

„Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten.

Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brilliant sein soll?
Aber wer bist Du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst.
Sich klein zu machen,
nur, damit sich andere um Dich nicht unsicher fühlen, hat nichts Erleuchtetes.

Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes, die in uns ist, zu manifestieren.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht leuchten lassen,
geben wir anderen unbewusst damit die Erlaubnis, es auch zu tun.

Wenn wir uns von unserer eigenen Angst befreien,
befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.

Das Leben ist schön Leute. Packt es mit beiden Händen und lasst es nicht los.