Das Splittern von Holz

Jetzt, im Winter, wenn es draußen kalt ist, gehen die Leute in den Wald. Sie machen Holz. Wenn es friert, können sie auch in die Moore und dort aufräumen. Der Winter ist die Zeit der Ernte.

„Holz wärmt dreimal“ lachen die Männer und werfen dicke Stücke von Stämmen auf den Holzspalter oder den Hackklotz. Ist das Holz geschlagen, gesägt und gehackt, muss es zwei Jahre trocknen. Sonst brennt es nicht gut.

Doch nicht nur Brennholz, auch Bauholz wird im Winter geschlagen. Manche richten sich dabei nach dem Mond: Die Zeit nach dem Vollmond ist gut. Im fallenden Mond im Advent, so wissen es die Alten, ist das Holz am trockensten. „Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.“ Das Haus, in dem ich sieben Jahre lang gewohnt habe, wurde in Holzständerbauweise im Jahr 1777 erbaut. Es ist nun 243 Jahre alt, und an den Balken kann ich die Nummerierungen der Zimmerleute erkennen, die das Ständerwerk einst wie ein riesengroßes Puzzle zusammengefügt haben.

Die Geräusche beim Holzfällen sind eigentümlich: Das Heulen der Säge, dann Stille, dann Klopfen. Dann heult die Säge wieder. Dann wird es wieder still. Und dann: Zuerst ein Knacken, ein Splittern, und dann, einer Lawine gleich, ein Rauschen von kahlen Ästen, die ihre Brüder streifen. Und schließlich: Der Aufprall des Stammes auf dem Waldboden. Alles bebt. Dann ist es ruhig.