Spaziergang, Wind

Seit gestern tobt ein Wintersturm über Deutschland. Er lässt den Regen waagerecht fallen, reißt hier und da und dicke und dünne Äste ab und lässt die Nordsee am Festland lecken.

Hier im Wendland schüttelt er nur ein bisschen an Häusern und Bäumen und heult beeindruckend um die Ecken. Ich mag Wetter. Der Wind räumt auf, er bläst das Laub von links nach rechts und fegt über die Wiesen. Die Straße von Diahren nach Groß Gaddau ist blankgeleckt und voller Pfützen.

Es bereitet mir ein kindliches Vergnügen, mit meinen Gummistiefeln darin herumzupatschen. Das Wasser ist klar und kalt und wäscht meine Stiefel ganz sauber.

Ein paar Gänse haben sich an der großen Pfütze auf dem alten Kartoffelacker eingerichtet. Sind sie schon zurück? Bald ist der Februar vorbei, und dann kommt der Frühling. Auf der anderen Seite der Straße stakst ein Kranichpaar nebeneinander her. Sie haben ihre Schwanzfedern aufgestellt und ihre Rufe schallen durch die windige Luft.

Mein Hund weiß gar nicht, wohin er zuerst rennen soll. Durch die Pfützen! Den Gänsen einen Schrecken einjagen, die Kraniche verscheuchen! Es ist Feburar, es ist die längste Zeit im Jahr. Wir sind müde von den dunklen Tagen, von der Kälte. Wir können den Frühling schon riechen, doch er wartet noch. Die Tiere fangen bereits an, ihr Winterfell zu verlieren. Die Pferde brauchen jetzt gutes Futter, auch sie sind erschöpft vom langen Winter.

Wir müssen geduldig sein und dürfen uns freuen: Bald ist es geschafft, die Tage werden schon länger.

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