Süßi-Omas

Auf dem Weg von der Süßi-Oma nach Hause.

Heute schreibe ich Euch einen Blogbeitrag, der komplett ohne das, dessen Namen wir nicht nennen wollen, auskommt. Es scheint nämlich die Sonne, und ich brauche nach einem Tag ganz allein an meinem Küchenschreibtisch ein wenig Aufmunterung.

Heute soll es um eine Personengruppe gehen, die vielleicht jeder Mensch aus seiner Kindheit kennt: Die Süßi-Omas. Gerade heute, auf meinem Spaziergang mit Wilma, bin ich wieder einer begegnet. Sie wohnt in dem Dörfchen Kiefen, das gleich vor Waddeweitz liegt, und wenn sie hört, dass jemand an ihrem Haus vorbeikommt, dann tritt sie freundlich lächelnd vor die Tür und ist für alles gerüstet. Sie hat Bonbons und kleine Schokotäfelchen in ihren Jackentaschen, Minzplättchen oder Tütchen mit Gummibären. Und auch für den vorbeiziehenden Dorfköter hat die alte Dame immer was auf Tasche. Sie ist eine Süßi-Oma.

Jedes Dorf hat eine solche Oma. Ich habe bisher in drei Dörfern im Wendland gelebt und meine Kinder hatten die Süßi-Oma jeweils schnell ausgemacht und mir mit Kennermine den Begriff erklärt. In unserem ersten Wohnort war es die kroatische Oma des Nachbarsohns, sie hat immer ganze Schubladen voll in ihrem Wohnzimmer gelagert und schwatzt das Zeug den Kindern auf, die kurz vor dem Abendessen noch mal eben bei ihr vorbeischauen.

Auch in Diahren, in Prießeck und in Kiefen gibt es sie, die Süßi-Omas. Sie sind ein bisschen einsam und sie haben manchmal Kittelschürzen an. Und sie freuen sich über Besuch und möchten eigentlich nicht, dass er so schnell wieder geht, denn so ein Tag ist lang, wenn man alleine lebt. (Merke ich auch gerade.)

Heute musste ich der netten alten Dame leider eine Abfuhr erteilen, denn wenn sie meinen verfressenen Köter mit Leckerlis anfüttert, würde der zu jeder sich bietenden Gelegenheit über die Kreisstraße hinweg nach Kiefen flitzen. Und Wilma würde nicht brav „links-rechts-links“ an der Straße machen. Nein, kein Süßi für den Hund, aber wir haben dennoch kurz geredet.

Morgen fahre ich wieder vorbei, dann können wir uns auf den Tagesstand der Dorfneuigkeiten bringen.

Ansonsten: Die Sonne lacht vom Himmel, bald soll es warm werden und es sind nur noch drei Tage, bis meine Kinder zu mir kommen. So schlecht ist das Leben gar nicht.