Zartes Pflänzchen

Kleine Kunst in Gledeberg

Der Frühling kommt jetzt so langsam in die Puschen. An meinen Erdbeerpflanzen hängen massig Früchte, ein paar davon haben schon rote Bäckchen. Draußen ist es schön warm, die Sonne scheint, die Blumen in meinem Garten fangen an zu blühen.

Und hier und da sieht man ein paar lustige Fahrradfahrer durch die Gegend flitzen. Wenn sie mit einem Elekro-Fahrrad unterwegs sind, dann stimmt die Geschwindigkeit, mit der sie sich voranbewegen, ganz komisch nicht mit der Strampelbewegung der Beine überein. Das sieht seltsam aus, und manchmal bekomme ich einen Schreck, weil so ein flinker Radler viel schneller bei mir ist als erwartet.

Zu Marco und Danni nach Gledeberg verirren sich aber unter der Woche ohnehin fast nur Einheimische mit klapprigen Fahrzeugen. Wir sind unter uns, essen Seitan-Geschnetzeltes und köstlichen Salat und Schokokuchen und gelbe Kirschen und schwatzen über dies und das. Um neun macht Marco die bunten Lichterketten an und hier und da hört man es fröhlich kichern. In einen Baumstumpf hat ein Künstler ein Häuschen mit Baum geschnitzt, die Kinder entdecken es beim Spaziergang. Schön ist es in Gledeberg.

Auch im Herrenhaus in Salderatzen kann man schmausen, ein paar Gasthäuser haben eh auf. Und so werde ich die Freunde, die am Pfingstwochenende herkommen, um wenigstens ein bisschen KLP-Feeling zu schnuppern, nicht enttäuschen müssen. Es wird schön werden, auch, wenn alle mit Mundschutz herumlaufen, sich weit voneinander weg auf ihre Decken setzen und natürlich längst nicht das Halligalli von sonst hier tobt.

Eigentlich ist das ganz gut. Schon lange gab es Stimmen, die sagten, die KLP sei viel zu groß und viel zu laut geworden. Zu viele Aussteller von außerhalb, zu wenig Kunst, zu viel Kommerz. Nun machen wir eine ganz leise, kleine Runde durch den Landkreis und sind vorsichtig. Mit uns, mit den Mitmenschen, mit Allem.