Sommer, drei

Es ist kühl geworden. Ab und zu kommt eine dicke Wolke angeflogen, dann gibt es einen Platzregen, der sich gewaschen hat. Auf dem Fahrrad wurde ich kürzlich nass bis auf die Haut. Dann plötzlich scheint wieder die Sonne. Der Wind pfeift ums Haus und lässt die dicht belaubte Pappel hinter der Scheune rauschen.

Auf dem Weg am Tümpel hüpfen abertausende Minikröten. Sie sind so klein wie mein Fingernagel und ich muss sehr aufpassen sie nicht zu zertreten. Noch vor zwei Wochen war der kleine Teich voller beinloser Kaulquappen. Jetzt erobern sie die Welt. Oder werden von Vögeln gefressen.

Heupferdchen begegnen mir in winzig, mittel, groß und extragroß. Sie stieben davon, wenn ich durch die Wiese laufe, sitzen auf dem Rücken des Hundes und lassen sich ein Stück tragen oder fliehen vor dem gefährlichen Brummen des Rasenmähers.

Das Korn wird reif. Die Gerste neigt ihre langen, blonden Grannen zur Erde, bald werden die Mähdrescher kommen und die erste Ernste des Jahres einfahren. Die Kartoffeln stehen in voller Blüte, sie freuen sich über den Regen. Dieses wird ein gutes Jahr.

Die ersten Schwalben sind flügge. Heute musste ich eine retten, die sich ins Haus verirrt hatte und immer wieder gegen das Fenster flog. Sie hatte noch einen ganz gelben Schnabelrand, ihr kleiner Körper war fast schwerelos, und ihre Krallen hielten sich an meinen Fingern fest. Dann flog sie davon.