Kleine weiße Autos

Der Park im Louisiana Museum of Modern Art

Wir reisten kürzlich ins schöne Dänemark, und zwar in die Hauptstadt Kopenhagen. Da wollte ich schon lange hin und nun war es endlich soweit. Unterkunft gebucht, Fähreticket gekauft und ab die Post. Was soll ich sagen? Es war toll. Die Dänen sind ein nettes Volk, wir hatten eine stilvoll eingerichtete Wohnung mittendrin und waren als klassische Landeier völlig überwältigt von all den Eindrücken. Ich erinnere mich an unseren ersten Abend in Kopenhagen: Ich saß auf dem Balkon und lauschte auf vorbeifahrende Autos, Gelächter, Gläserklirren. Stadtgeräusche.

Denke ich an Dänemark, fallen mir ganz unterschiedliche Dinge ein: Als erstes fällt auf: Die Dänen lieben kleine weiße Autos. Ganz viele davon fahren auf der Autobahn mit uns Richtung Hauptstadt. In Kopenhagen allerdings scheinen viele Menschen gar kein Auto zu besitzen. Die Innenstadt mit Schloss und Nyhavn ist komplett autofrei, die Fahrradwege sind richtig breit und überall fahren Fahrräder. Viele Dänen besitzen Lastenräder, sie transportieren damit alles Mögliche: Freunde und Kinder und Hunde und sogar Babybetten.

Und dann ist da das Essen: Lustige Worte gibt es für alles, Oxekød ist Rindfleisch und Ymer eine leckere dänische Dickmilch. Die essen wir morgens mit „Ymerdrys“, zerbröselten Schwarzbrot mit Zucker. Lecker! Dann gibt es natürlich noch Lakritze, Hotdogs und Softeis, aber am tollsten ist der leckere libanesische Imbiss, der uns als kleinen Snack vor dem Essen Fladenbrot mit Harissa und roten Zwiebeln serviert.

Wir waren im „Louisiana Museum of Modern Art“. So inspirierend. Mit dreiKindern im Schlepptau kann ich die Exponate nicht in aller Ruhe anschauen. Aber die Architektur und die Stimmung im Park machen mich ganz satt und glücklich. Sehr beeindruckt hat mich eine Kinderzeichnung, ein Portrait in blau, das ein Gast im Børnens hus hinterlassen hat.

Ich mag den dänischen Stil. Das schlichte, reduzierte und doch so formschöne Design. Die Architektur, die Art, öffentliches Leben zu gestalten waren mir in Kopenhagen sehr angenehm. Der Park um die Ecke ist bevölkert mit allen Altersklassen. Viele Kinder sind hier unterwegs, junge Menschen, alte Menschen, Hunde und natürlich wir Touristen. Aber eigentlich fühle ich mich gut aufgehoben unter all den freundlichen Dänen, und sogar der Hund benimmt sich im Park mustergültig, geht bei Fuß und frisst nur einmal einen ekligen Knochen. In Dänemark gibt es überhaupt keine Maskenpflicht, was uns erstmal verunsichert. Im Zoo war es so voll, dass wir bald wieder gegangen sind. Dafür stehen überall Spender für Handdesinfektion herum.

Wir hatten eine tolle Woche in Kopenhagen, einzig getrübt durch Knöllchen, deren Sinn sich mir in zwei Stellen einfach nicht erschloss und die wahnsinnig teuer sind. Teuer ist überhaupt alles, vor allem das Essen. Vielleicht muss deshalb meine Vermieterin Kamilla ihre tolle Wohnung an Touristen vermieten. Ich profitiere davon und freue mich über reiche, inspirierende, anstrengende und volle Tage Kopenhagen.

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