Wendland, anders

Fährt man aus Zentral-Wendland heraus Richtung Uelzen, dann verändert sich die Landschaft. Die Wiesen sind saftiger, die Felder größer. Die Höfe haben prächtige Backsteinhäuser und sind von Feldsteinmauern umgeben. Hier herrschte offensichtlich Wohlstand, als die Landwirtschaft noch das tonangebende Geschäft war.

Ich bin nun mitten in diese Gegend gezogen. In Gülden gibt es eine alte Gastwirtschaft und zwei-drei richtig große Höfe, denen man die alte Pracht noch ansieht. Dicke Feldsteinmauern säumen die Straße, und das Grundstück meines neuen Zuhauses wird von einem schmiedeeisernen Zaun bewacht.

Ich durfte schon Schönes entdecken: Das Dörfchen Glieneitz zum Beispiel liegt gleich um die Ecke und ist so herrlich hübsch abgeschieden. Heute bin ich dorthin gelaufen und habe zwei Stuten mit ihren Fohlen beobachtet. Die jungen Rangen kamen gleich neugierig zum Zaun gestiefelt, aber die besorgte Mutter legte die Ohren an und trieb sie zurück auf die Wiese. Da kann ja jeder kommen und ihr Fohlen betatschten, tse.

Die Apfelbäume hängen voller Äpfel, ich bekam gerade gestern zwei von einem neuen Nachbarn geschenkt. Er hat eine kleine Obstbaumwiese und einen sehr alten Jack Russell-Terrier, der trotzdem mit meinem Hund flirtete. Die Äpfel sind noch nicht ganz reif, aber eine frühe Sorte schmeckt schon.

Und Pilze gibt es! Ich habe heute Steinpilze und Birkenpilze geschenkt bekommen, und erstere in einer leckeren Sahnesauce zubereitet. Die gibt es morgen mit einer kleinen Pasta. Und die Birkenpilze haben wir kräftig mit Butter und Zwiebel gebraten. Mit Butterbrot ein Genuss.

Es gibt auch noch die Nachbarin Danny, die an Autos schraubt und mir den nächsten Ölwechsel machen und die Winterreifen aufziehen wird. Und den Nachbarn Urs, der uns die kaputte Tür richtet, und der außerdem Sattler ist und aus der Schweiz kommt.

Bis jetzt läuft es ganz gut, finde ich.