Im Wechsel

Das Jahr geht zu Ende und ich blicke zurück. Es war ein gutes Jahr, das kann ich sagen. Es ist viel passiert, und am Ende haben die Dinge sich gefügt, so dass ich mich zufrieden zurücklehnen kann. Niemand aus meinem Umfeld ist krank geworden. Der Exmann ist glücklich verliebt, die Kinder sind fröhlich und haben sich in ihr neues Familienmodell eingelebt.

Eine Sache hat mich das ganze Jahr lang immer wieder beschäftigt: Mein Körper verändert sich. Ich bin Mutter dreier Kinder, ich habe drei wundervolle Menschen in mir wachsen lassen und sie unter Schmerzen geboren, ich habe sie gestillt und ziehe sie auf. Und nun, in meinem 47. Lebensjahr, beginnt mein Körper, sich von der Rolle der gebärfähigen Frau zu verabschieden. Meine Eierstöcke stellen so langsam ihre Produktivität ein, die Hormone in meinem Körper verändern sich, die Signale werden schwächer.

Es sind zwiespältige Gefühle, die mich dabei bewegen: Ich bin sehr dankbar, dass mein Körper mir so gute Dienste geleistet hat und leistet. Ich war immer gesund. Keine Allergien, keine schweren Krankheiten, wenn man von der Depression absieht. Ich hüpfe auch mit 47 Jahren noch fröhlich durch mein Leben. Allerdings werden die Hüpfer etwas schwerfälliger, denn – oh Graus – plötzlich kann ich nicht mehr so viel essen wie ich möchte, ohne zuzunehmen. Erste Recherchen ergaben: Mein seltsamer Dickbauch entsteht durch „viszerales“ Fett, das sich im Bauch um die inneren Organe legt. Nicht gut! Dieses Fett erhöht die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und darf bitte deshalb wieder gehen. Ich werde im Januar eine Fastenkur einlegen und dann seufzend meine Ernährung auf „gesund“ umstellen. Kein abendliches Bier mehr, adé!

In meiner Gebärmutter bilden sich Myome, auch das eine Folge des veränderten Hormonstatus. Ich muss Eisenpräparate nehmen, weil diese Wucherungen stärkere Blutungen verursachen. Nervig. Mal sehen, was ich damit anfange. Meine Gelenke schmerzen mehr als sonst, ich nehme jetzt schweineteure Präparate, damit ich weiterhin laufen gehen kann ohne zu jammern.

Aber all das betrachte ich eher mit Interesse als mit Resignation. Ich werde älter. Und das bringt nicht nur körperlichen Verfall, sondern auch jede Menge Gelassenheit und eine entspannte Lebenshaltung.

So gehe ich munter und voller Tatendrang ins Neue Jahr. Ich wünsche meinen Lesern das Gleiche. Mögt Ihr alle gesund und zufrieden mit Euren Lieben eine gute Zeit verbringen. Wir lesen uns im nächsten Jahr!