Käferfriedhof

Im Wald ist es gerade schön kühl und schattig. Heute war ich Kiefernzapfen und Holz für unser Lagerfeuer sammeln und habe auf dem Heimweg viele schöne Waldmistkäfer gesehen. Mein Spazierweg wird auch gerne von Reitern genutzt und die Haufen von Pferdeäpfeln sind ein feines Mahl für die schillernd blauen Gesellen.

Mistkäfer haben es schwer in Zeiten, in denen viele Rinder auf Spaltenböden in Ställen stehen und ihre schönen Kuhfladen nicht mehr auf den Wiesen herumliegen. Die Waldmistkäfer freuen sich jedenfalls sichtlich über Pferdemist, sie ernähren sich aber auch von Baumsäften und Pilzen. Schlangen und Vögel sind ihre Fressfeinde. Aber auch die Spaziergänger, die hier herumlaufen, latschen gern mal einen armen Käfer platt.

Waldmistkäfer graben im Frühling kleine Stollen mit Seitengängen in den Boden um hier ihre Eier abzulegen. Sie versorgen die Brut mit Mist, damit die Larven sich dick und rund fressen können. Über ein Jahr dauert die Entwicklung der Käfer, die Larven überwintern, verpuppen sich erst im nächsten Jahr und dann später, im Sommer, schlüpfen die brandneuen Waldmistkäfer aus dem Boden.

Auf dem sandigen Waldweg kurz vor dem Dorf ist ein richtiger kleiner Käferfriedhof. Viele schöne blaue Käfer liegen da. Wer sie wohl getötet hat? Manchmal liegen die Krabbelmänner auf dem Rücken und zappeln mit den Käferbeinen. Drehe ich sie um, sehen sie nicht sehr glücklich aus. Gibt es wohl einen seltene Käferkrankheit? Ich habe das große, weltweite Netz befragt, aber es will nichts Erhellendes ausspucken. Aber im Internet habe ich gelesen, dass man hören kann, wie der Käfer protestiert, wenn man ihn sich ans Ohr hält. Gleich nachher gehe ich in den Wald und probiere das aus.

Mögen viele Pferde ihre Hufe vorsichtig setzen und keine Käfer zertreten, aber bitte viele schöne große Pferdeäpfel im Wald lassen, damit die blauen Gesellen sich laben können