Zu Hause

Es regnet. Seit ich wieder im Wendland bin, regnet es. Mal kleine, mal große Tropfen. Es gibt auch mal eine Stunde Pause. Aber dann fängt es wieder an. Für meine Pflanzen draußen im Garten ist das fein, die freuen sich über den Regen. Für mich – naja. Ich hatte in Frankreich Sonne und Wind und bin ein bisschen deprimiert, dass hier schon der Herbst angefangen hat. Aber ich kann die Regenjacke, die der Liebste mir geschenkt hat, ausführen.

Ich war zwei Wochen weg, in einer anderen Welt. Frankreich ist ein Nachbarland, und doch ist die Kultur so anders als hier. Ich habe als junge Frau ein Jahr in der Bretagne gelebt und mich damals in Land und Leute verliebt. In das Unperfekte. In das Lebendige, das Feine und in die Gerüche und Farben und einfach alles. Ich glaube, ich habe in einem früheren Leben schon mal da gelebt.

Am Tag unserer Abreise haben wir in einem Restaurant gespeist (gegessen trifft es nicht, das war so köstlich!), das ein Drei-Sterne-Koch in den Hügeln des Burgund eröffnet hat. Ich hatte Lachs mit schwarzen Johannisbeeren, Lammbries, das mit Kapern und Petersilie in Butter gebraten wurde und dann noch ein köstliches Schokotörtchen mit Brombeersorbet. Ich glaube, ich war ein bisschen peinlich, weil ich bei jedem Gang aus dem Ah! und Oh! gar nicht mehr rauskam.

Auf der Heimfahrt haben wir dann in einem Schnellrestaurant zu Abend gegessen und der Kulturschock war kaum auszuhalten. Wir aßen schweigend unseren Salat und die Kartoffeln und fuhren ernüchtert weiter. Sowas gibt es auch in Frankreich.

Nun jedenfalls bin ich wieder da, voll mit schönen Erinnerungen, braungebrannt und verliebt.