Sardinenbüchse

Gestern morgen bin ich mal wieder aufgewacht und lag eingequetscht zwischen meiner Jüngsten und dem Hund. Die Jüngste schläft einfach gern bei ihrer Mama und kommt noch fast jede Nacht rübergetapst zu mir, der Hund liebt sein Frauchen und setzt sich jeden Abend mit erwartungsvollem Blick vor mein Bett, wenn ich durch die Wohnung laufe und überall die Lichter ausknipse.

Ja, man kann sagen: Kinder gehören in ihr Bett, sie sollen selbständig sein und alleine schlafen. Und man kann auch sagen, dass Hunde stinken. Sie fressen Aas und Kacke und sie haben ekliges Zeug an den Pfoten.

Aber Leute, ehrlich! Ein warmes, weiches, leise atmendes Kind im Bett zu haben, wissend, dass dieses Wesen schon bald groß sein wird und dann nicht mehr mit seiner Mama schlafen möchte. Das ist himmlisch gemütlich. Wenn so ein Ärmchen sich im Schlaf um meinen Hals legt und eine Wange sich an meine schmiegt dann fühle ich mich so wohl.

Und wenn der Hund nach meiner Erlaubnis umständlich ins Bett klettert und sich dann nach angelegentlich Umherschauen den besten Platz sucht, sich dort dreimal im Kreise dreht, sich dann zusammenrollt und schwer seufzend in eine tiefe Entspannung fällt – hach. Mein Hund stinkt auch nicht. (Finde ich.) Sie hat kurzes Fell und ihre Pfoten riechen ein bisschen nach Waldboden. Ihr Fell duftet nach etwas Unbeschreiblichem. Die Kinder nennen es „muffig“.

Für diese Woche bin ich allein zu Hause und muss auf die Gesellschaft meiner Tochter verzichten. Aber der Köter ist da und nutzt die Gelegenheit, sich unfassbar breit zu machen neben mir. So haben wir es schön zusammen, hören dem Novemberregen zu und lesen Stefan Zweigs „Magellan“. Also ich lese. Der Hund schnarcht.