Puh

Ich habe heute eine Heldentat vollbracht. Ja! Nachdem ich vor einiger Zeit schon die Klobrille in meinem Bad erneuert habe, konnte ich gerade auch noch ein hässliches kleines Plastiksprühfläschchen von der Wand entfernen.

Das Fläschchen klebte in unschuldigem Weiß auf meinen Fliesen. Es enthielt irgendein Duftzeug, das meine Vormieter wohl versprühten, wenn es im Bad mal nicht so angenehm roch. Die Vermischung von Exotic- oder Blütenduft mit dem von Exkrementen finde ich leider wirklich nicht angenehm. „Dit riecht, als hättste in’t Rosenbeet jeschissen!“ pflegte mein lieber Vati, Gott hab ihn seelig, zu dem Thema zu bemerken.

Als ich klein war, wohnte ich mit meinen Eltern in einem großen Mietshaus. Unsere Nachbarinnen waren Tante Jennet und Tante Haacke. Sie hatten beide erst spät Klos in ihre Wohnungen eingebaut bekommen (70er Jahre, DDR) und mussten lange auf ein Plumpsklo im Hof gehen. Als sie dann endlich Toiletten hatten, wurden diese aufwändig dekoriert. Es gab einen rosafarbenen Plüschbezug für den Klodeckel und einen kleinen farblich abgestimmten Teppich für die Füße. Es gab eine rosa Klobürste und ein kleines Schränkchen, auf dem eine Sprühdose mit aufgedruckten Fliederblüten stand.

Der Geruch aus strengem Alkohol und süßlichem Fliederduft vermischt mit dem dumpfen Aroma von (mit Verlaub) Kacke hat sich mir ins Hirn gebrannt. Puh. Nein, ich lüfte lieber und das Plastikfläschchen, das bis eben noch an meiner Badezimmerwand klebte, es ruhe in Frieden.