Weißer Senf

Es ist November, habt Ihr das schon bemerkt? Grau ist es, nebelig, kalt und irgendwie so… verloren. Aber auf der Wiese am Straßenrand blühen noch Ringelblumen und Phaecelia und manche Felder schmücken sich gerade mit gelben Blüten.

Mein Nachbar, der mit seinen Hunden Loulou und Grey gern die gleichen Spazierwege wie ich nimmt, meinte, das sei Raps. Rehe haben sich drin versteckt und seine Hunde sind den langbeinigen, zartnasigen und großäugigen Schönheiten hinterher gelaufen. Und haben sie natürlich nicht gekriegt. Aber: Ist das Raps? Wirklich?

Ich habe auf meinen Telefon ein kleines Programm, das mir sofort sagen kann, welche Pflanze ich ihm gerade vor die Linse halte. Ich mache ein Foto, das Programm denkt kurz nach und sagt dann: Pfifferling! Silberahorn! Alpenklee! Ich liebe diese App und heute habe ich sie an die gelben Blüten auf dem Feld gehalten und siehe da: Es ist kein Raps, es ist Weißer Senf.

Der weiße Senf ist eine einjährige Pflanze. Das heißt, dass er mit dem Frost braun und matschig wird und vergeht. Tatsächlich kann man, wenn man den Senf im Frühjahr ansät, im Herbst die kleinen runden Samenkapseln ernten, aus denen Senf hergestellt wird. Die Bauern hier säen den Senf aber als Gründüngerpflanze ein. Im Frühling werden die Reste der Senfpflanzen untergepflügt und sorgen so für Nahrung und reiches Bodenleben.

So. Nun wisst Ihr das. Gut, oder?