Metamorphose

An der Straße, die vom Waddweitzer Kreisel nach Prießeck und weiter nach Clenze führt, liegt seit einigen Tagen ein überfahrener Waschbär. Wohlgenährt und ohne sichtbare äußere Verletzungen. Ich sehe ihn jeden Tag, wenn ich mit dem Fahrrad meine Hunderunde mache. Erst war er einfach ein totes Tier. Der Hund schnüffelte interessiert, ließ ihn dann liegen. … [Weiterlesen…]

Dunkel

Ich saß in meiner Küche, der Wein war ausgetrunken und das Leben zu schön, um einfach schlafen zu gehen. Ich hörte Lana del Rey und erinnerte mich daran, wie schön es ist, in der Dunkelheit umherzuspazieren. Ich streifte meine Regenjacke über, zog die schwarzen Gummistiefel an und ging hinaus in die Nacht. Still war das … [Weiterlesen…]

Hühnerhabicht

Ich ging gestern mit meinem Hund über die Wiesen spazieren. Ganz in der Nähe liegt das Dorf Diahren, und hinter diesem Dorf hat ein Hühnerbauer sein Federvieh. Die glücklichen Viecher dürfen über üppig grüne Wiesen laufen und sehen ziemlich zufrieden aus. Lachshühner sind es, mit cremefarbenem Gefieder und lustigen Backenbärten. Sie scharren nach Würmern und … [Weiterlesen…]

In der Dunkelheit

Seit ich im Wendland lebe, gehe ich gern in rabenschwarzer Nacht spazieren. Wer das noch nicht ausprobiert hat, wird es nicht nachvollziehen können: Die Nacht umfängt den Spaziergänger mit ihrem rabenschwarzen und doch durchsichtigen Mantel. Alle Geräusche sind nah und doch fern. Die Welt verändert ihren Aggregatzustand. Man ist ganz allein und doch seltsam verbunden … [Weiterlesen…]

Daten flitzen

Neulich, am 12. Oktober, war es mal wieder so weit: Das Internet war alle. Das glauben nur Menschen, die auch hier im Wendland leben, aber sowas gibt es wirklich. Wenn man eine 14jährige Tochter hat, die aus nostalgischen Gründen pausenlos „Die drei Fragezeichen“ auf Spotify hört oder sich Anleitungen für das Herstellen von Papier (hier … [Weiterlesen…]

Maus im Haus

Heute morgen ging ich durch mein Badezimmer und fühlte es gleich: Etwas ist anders. Ich bin nicht allein. Im Augenwinkel sah ich einen Schatten in der Badewanne und siehe da: Ich hatte Besuch. Von einer kleinen, sehr erschrockenen Maus, die sich vertrauensvoll an ihren neuen Freund, den Duschkopf kuschelte. Sie hatte wohl schon die ganze … [Weiterlesen…]

Die Furcht, mein Freund

Im vergangenen Herbst wurde ich schwer krank. Eine Depression, die sich gewaschen hatte, zog in mein Leben ein und warf alles um, was dagewesen war. Ich musste ins Krankenhaus, für viele lange Wochen. Ich konnte meine Kinder nicht mehr betreuen. Ich verlor meine Arbeit. Mein Leben stand Kopf. Den ganzen Winter lang war ich in … [Weiterlesen…]

Vergänglichkeit

In meiner Garage ist etwas gestorben. Warum ich das weiß? Ich kann es riechen. Meine Garage ist mein Keller, meine Abstellkammer, mein Lager. Dort hängen die Wintermäntel, die Matratzen für Gäste liegen dort und ein großer Haufen Schuhe lagert an der Wand. Im Sommer die Winterschuhe, im Winter die Sommerschuhe. Manchmal gehe ich dorthin, weil … [Weiterlesen…]

Chor der Glücklichen

Ich war am letzten Wochenende, das wegen des 3. Oktober ein schön langes Wochenende war, auf Chorfreizeit. Vier Tage lang singen, lachen, tanzen, lecker essen, am Meer spazieren gehen… Es war ein Fest für alle Sinne. Ich singe jetzt seit etwas mehr als einem Jahr im Chor „Kiliano“, und seit ich im letzten Herbst an … [Weiterlesen…]

Männlein im Walde

Heute war ich wieder im Wald, auf der Jagd nach Pilzen. Und gleich am Waldesrand leuchteten uns die schönsten Fliegenpilze entgegen. Schon wollten die Kinder wissen, ob man stirbt, wenn man davon isst. Nein, tut man nicht. Man bekommt einen Rausch: Verwirrung, Sprachstörungen und Mattigkeit und je nach Stimmungslage des Konsumenten depressive Verstimmung oder Angstgefühle, … [Weiterlesen…]